ETHistory 1855-2005

03010201


Institutionelle Entwicklung

Mit der Gründung der ETH und der Aufnahme des Lehrbetriebes am 16. Oktober 1855 ist die Bauschule, bis vor kurzem als Abt. I. geführt, in Betrieb genommen worden. Gottfried Semper war ihr Gründungsvater und Jacob Burckhardt ihr Pate. Die Architekturabteilung - oder heute das Departement Architektur - stammt also nicht von schlechten Eltern ab. Und sie ist dieser Verpflichtung auch stets gerecht geworden und durch Konstanz und Offenheit in gleicher Weise gekennzeichnet. Die Lehre von den Baukonstruktionen mit Rücksicht auf die zu verwendenden Materialien, Formenlehre, architektonisches Zeichnen und Entwerfen: bis heute sind dies die - unter Hinzunahme der spezifischen Vertiefungen im Ingenieur- und Geschichtsbereich oder neuerdings der Landschaftsarchitektur - die Angelpunkte von Forschung und Lehre. Die berühmte Trennung (oder eben 'Polarität') von "esthétique de l'ingénieur" und "architecture", gemäss der tendenziösen Sichtweise Le Corbusiers, hat zwar seither ein Nebeneinander von Architekt und Bauingenieur an der ETH bewirkt. Aber die Architektur selbst bleibt, wie das der erste Jahreskurs stets vorgegeben hat, der doppelten Wurzel des Bauens von Konstruktion und Architekturentwurf verpflichtet. Mit dem wohl charismatischsten Entwurfslehrer Bernhard Hoesli hat die Schule sich noch konsequenter als zuvor auf die 'Moderne' als dem - historischen - Fundament festgelegt. Dies bildet auch weiterhin den Rahmen oder eben den unverzichtbaren Bezugspunkt der Lehrtätigkeit. Gemessen an diesen soliden Eckpfeilern sind die ephemeren Veränderungen von minderer Bedeutung. Im Mittelpunkt stehen die Persönlichkeiten und der in ihnen erkennbare Reichtum von Positionen innerhalb des Lehrkörpers. Darin und in den aus der Schule stammenden erfolgreichen, umworbenen Architekten bezieht das Dept. Architektur sein Selbstverständnis.


© 2005 ETHistory 1855-2005 | Last update: 7.3.2005 |
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