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ETHistory 1855-2005 | Rückblicke | Verwaltung | ETH-Rat | 1. Phase: 1969-1990 |

1. Phase: 1969-1990

Ablehnung des ETH-Gesetzes 1969: Start für Übergangsregelungen und Freiraum für neue Führungsmodelle

Am 1. Juni 1969 lehnte der Schweizer Souverän das von den eidgenössischen Räten verabschiedete ETH-Gesetz in der Referendumsabstimmung ab. Damit blieb das aus dem Gründungsjahr 1854 stammende Gesetz weiterhin in Kraft, wenn auch die Übernahme der EPUL in die Trägerschaft des Bundes nicht rückgängig gemacht wurde. Durch diese Konstellation entstand ein über 20 Jahre dauerndes Provisorium, das rechtlich mit immer wieder verlängerten Übergangsregelungen ermöglicht wurde. Das Provisorium erlaubte durch verschiedene notwendige Anpassungen auch eine Flexibilität, die in gewisser Weise als Experimentierphase zur Entwicklung neuer Gouvernance- und Managementmodelle diente.

Personen im Uhrzeigersinn von vorne links bis vorne rechts: Christine Lenzen, Johannes Fulda, Heinrich Ursprung, Georges-André Grin, Peter Siegenthaler, Rodolphe Schläpfer, Urs Meier, Wilfred Hirt, Walter Stumm, Heinrich Gränicher, Pierre Immer, Bernard Vittoz, Hans Bühlmann, Hans-Rudolf Denzler, Albert Fritschi

Die Übernahme der Lausanner Schule durch den Bund

Der wichtigste Anlass für eine Totalrevision des ETH-Gesetzes war die 1968 beschlossene Übernahme der EPUL (Ecole Polytechnique à l’Université de Lausanne) vom Kanton Waadt durch die Eidgenossenschaft. Es waren vor allem drei Persönlichkeiten, die diesen für die Lausanner Institution so wichtigen Schritt ermöglichten: Maurice Cosandey als Direktor der EPUL, Olivier Reverdin als zuständiger Staatsrat, Hans Peter Tschudi als Bundesrat und Vorsteher des EDI. Die Übernahme der EPUL bzw. die Integration der EPUL als EPFL ins ETH-System bedingte die Konstituierung eines durch den Bund getragenen Wissenschaftsbereiches (genannt: „ETH-Bereich“), die nur durch eine vollständige Neugestaltung der gesetzlichen Grundlagen zu leisten war.

Wichtige weitere Änderungen betrafen die Aufwertung der Forschungsanstalten, eine bessere Führung der gesamten ETH-Organisation sowie nicht zuletzt die Mitsprache der Stände, die in der Nachfolge der Studentenunruhen von 1967 / 1968 grosses politisches Gewicht erhalten hatte. Gegen den Beschluss der eidgenössischen Räte für das neue ETH-Gesetz wurde von den Studierenden der ETH Zürich erfolgreich das Referendum ergriffen. Hauptgrund hierfür war die in Augen des VSETH fehlende Mitsprache der Studierenden. In der Volksabstimmung vom 1. Juni 1969 wurde das Gesetz im Verhältnis 34.5:65.5 abgelehnt. Da es in der Folge lange nicht gelang, ein neues Gesetz zu erarbeiten, mussten die eidgenössischen Räte mehrmals die Übergangsregelungen befristet verlängern.

Schulrat zwischen den Fronten

In dieser Übergangssituation war die Aufgabenstellung des Schulrates nicht einfach und schwankte zwischen administrativen, bereits bisher gegenüber der ETH Zürich wahrgenommenen Aufgaben und „strategischen“ Fragestellungen, die die Zukunft vermehrt bringen sollte. Die Gouvernance-Struktur war dadurch ambivalent, indem unter dem Schulratspräsident die beiden Schulen je ihren Präsidenten erhielten, die im Schulrat als Vizepräsidenten amtierten, und so die Umsetzung der Beschlüsse des Schulrates garantieren konnten. Die neuen strategischen Aufgaben gruppierten sich vor allem um Planungsfragen, so kamen erstmals Portfolio-Diskussionen auf, die insbesondere im Zusammenhang mit der sog. Hayek-Studie Mitte der 1980er Jahre geführt wurden. Besonderes Gewicht erhielten auch die bereichsinternen und -externen Koordinationsnotwendigkeiten, die mannigfaltige Diskussionen auslöste. In diese Zeit fallen auch markante Verbesserungen im Bereich der Wahlverfahren der Professoren; der Wahlentscheid blieb in jenen Jahren aber wie in den Anfängen des Bundesstaates beim Bundesrat. Inhaltlich bedeutend ist in der Rückschau insbesondere die Aufholjagd im Bereich der Informatik - eine Offensive, die vor allem auch auf politischer Ebene geführt wurde, und die unter anderem zum Angebot eines Informatik-Studienganges an der ETH Zürich und zur Gründung des CSCS in Manno (durch Parlamentsbeschluss) führte.

Die Entwicklung der EPFL in jenen Jahren bedeutete für die wichtige Ingenieurschule in der Romandie die konsequente Hinwendung zur Forschung sowie zur Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft; es wurde damit das Fundament für die heute starke Position der EPFL im Bereich des Wissens- und Technologietransfer sowie im Bereich der Drittmittel gelegt. Im Bereich der Forschungsanstalten - damals noch sog. Annexanstalten, es waren über lange Zeit sieben an der Zahl - gab einerseits die Fusion von EIR und SIN zum Paul-Scherrer-Institut, andererseits die Integration des selbständigen Betriebs eines Fernwärme-Kraftwerkes („Fernheiz-Kraftwerk“) im Zentrum von Zürich viel zu reden. In der Frage der Führungsorganisation der Annexanstalten wurden mehrere Modelle ausprobiert, etwa die Einrichtung eines Delegierten.

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