printlogo
ETHistory 1855-2005 | Rückblicke | Departemente | 
print
Fenster schliessen

Wichtiger Hinweis:
Diese Website wird in älteren Versionen von Netscape ohne graphische Elemente dargestellt. Die Funktionalität der Website ist aber trotzdem gewährleistet. Wenn Sie diese Website regelmässig benutzen, empfehlen wir Ihnen, auf Ihrem Computer einen aktuellen Browser zu installieren. Weitere Informationen finden Sie auf
folgender Seite.

Important Note:
The content in this site is accessible to any browser or Internet device, however, some graphics will display correctly only in the newer versions of Netscape. To get the most out of our site we suggest you upgrade to the latest Netscape.
More information

Technologie- und Innovationsmanagement

Prof. R. Boutellier

Institutionelle Entwicklung

Die Professur für Technologie- und Innovationsmanagement befindet sich zurzeit im Aufbau.

Meilensteine in der Geschichte:

April 2005 Prof. Dr. Roman Boutellier übernimmt die Leitung des Nachdiplomstudiums Betriebswissenschaften der ETH.
Dezember 2004 Die Professur zieht in das neue Gebäude am Kreuzplatz 5 um, in dem eine grosse Anzahl an betriebswissenschaftlichen Instituten untergebracht ist.
Oktober 2004 Dr. Roman Boutellier beginnt seine Tätigkeit als Professor für Technologie- und Innovationsmanagement an der ETH.

Forschung

3_3_dreieck.jpg

Ausgehend von der Lücke zwischen der Geschwindigkeit von technologischem und organisatorischem Wandel erarbeitet und erforscht unsere Professur Lösungen im Umgang mit unternehmerischer Unsicherheit. Unsere Forschungsaktivitäten finden in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen statt und zeichnen sich daher durch einen hohen Praxisbezug aus.

Technologie ist ein unbestrittener Grundpfeiler des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschrittes. Die Vielfalt an Technologien, mit welchen wir täglich direkt oder indirekt in Kontakt kommen ist enorm und hat dazu geführt, dass wir Technologien und ihre Weiterentwicklung als selbstverständlich emfpinden.

Hochschulen und Privatwirtschaft sindgezwungen, diese Weiterentwicklung voranzutreiben. Der gestiegene Forschungsaufwand - massgeblich hervorgerufen durch die Globalisierung des Wettbewerbes - führt dazu, dass sich Firmen und auch Hochschulen auf wenigeSpezialgebiete fokussieren. In diesen Bereichen erzielen sie jedoch beachtlicheFortschritte. Komplementäre Fähigkeiten erwerben sie von anderen Firmen oderInstituten, indem sie flexible Kooperationen eingehen.

Der Forschung an der Professur für Technologie- und Innovationsmanagement zugrunde liegt die Frage nach dem Zusammenspiel zwischen technologischem und organisatorischem Wandel. Aus der Differenz der Geschwindigkeit, mit welchen sich die Technologien verändern oder weiterentwickeln und der Geschwindigkeit, mit welcher sich Organisationen anpassen können, resultiert eine sich vergrössernde Lücke. Technologiebasierte Unternehmen - zu denen wir die gesamte Industrie, den primären Sektor sowie einen grossen Teil der Dienstleistungsbranche zählen - agieren in diesem Zwischenraum. Diese Lücke besser zu verstehen und zu beherrschen ist das Ziel unserer Forschung.

Der Begriff der Organisationen umfasst auf der einen Seite privatwirtschaftliche Firmen, öffentliche Institutionen bis hin zu informellen, gesellschaftlichen Strukturen. Auf der anderen Seite verstehen wir darunter aber auch das Arrangement von Modulen in einer Produktarchitektur, die Ausgestaltung von Arbeitsschritten in Geschäftsprozessen sowie Branchenstrukturen.

Eine grosse Lücke bedeutet, dass eine Organisation nicht mit der technologischen Realität in Übereinstimmung ist und, dass sich die Technologien schneller verändern als sich die Organisation anpasst. Zum einen stellt die Lücke eine Quelle von neuen Ideen dar, indem sie ein Spannungsfeld zwischen technologischer Realität und organisatorischer Abbildung schafft. Somit regt sie zum Finden von alternativen Lösungen an und Unternehmen können auf diese Weise einbetonierten Abläufen und den gefürchteten betrieblichen Scheuklappen vorbeugen. Daraus resultiert eine Steigerung der Innovationskraft, welcher in der heutigen innovationsgetriebenen Wirtschaft eine zentrale Bedeutung beigemessen wird. Zum andern bewirkt ein grosser Zwischenraum Reibungsverluste an den Schnittstellen innerhalb der Firma, suboptimale Lösungen in Bezug auf eine spezifische Problemstellung sowie nicht genutztes Rationalisierungspotential.

3_3_luecke.jpg

Firmen sind also gezwungen, die Balance zwischen Konstanz und Veränderung zu halten, um langfristig erfolgreich zu operieren. Erst durch eine längere Konstanz ist es möglich, Lerneffekte sowie Grössenvorteile zu erzielen. Das Finden einer geeigneten Struktur, welche in ihren Grundzügen über längere Zeit konstant gehalten werden kann, stellt für Firmen eine zentrale Herausforderung dar. Mit unserer Forschung wollen wir dazu beitragen, diese Herausforderung zu bewältigen.

Innovation endet im gegenwärtigen Sprachgebrauch bei der erfolgreichen Einführung von neuen Produkten, Dienstleistungen oder organisatorischer Veränderungen. Dies stellt aber nur den ersten Teil des Lebenszyklus’ dieser neuen Objekte dar. Anschliessend erfolgen die Optimierung und der Ausstieg oder die Ablösung. Mit unserer Forschung betrachten wir ebenfalls diese anschliessenden Lebensphasen, insbesondere da diese oft länger dauern, einen grösseren Cash Flow generieren als die Innovationsphase und keinesfalls weniger Forschungs- und Entwicklungsleistung benötigen als die Innovation an sich.

Unternehmerische Aktivitäten bergen Risiken in sich. In manchen Situationen sind diese Risiken isolierbar, können benannt und mit Zahlen beschrieben werden. In anderen Situationen wiederum ist es nicht möglich, diese Risiken exakt zu identifizieren, geschweige denn zu quantifizieren. Es entsteht ein „Grundgefühl der Unsicherheit“. Solche Situationen sind insbesondere auf Stufe Unternehmensleitung anzutreffen. Spezialisierte, statistische Methoden erzeugen in diesen Fällen nur einen geringen Nutzen und tragen aus unserer Sicht nicht zur Verringerung der Unsicherheit bei. Daher erforschen wir alternative Wege zur Unsicherheitsreduktion mittels zielgerichteter Moderation von Expertenrunden.

Unternehmen sind im Umgang mit Technologien und Innovation ständig mit unsicheren Situationen konfrontiert, zu welchen die Betriebswissenschaft noch keine Lösung anbietet. Unsere Professur ist gewillt das Wissen, welches an der ETH und anderen Bildungs- und Forschungsanstalten vorhanden ist, zu nutzen und zu ergänzen, um in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen diese Situationen besser zu beherrschen.

Lehre

Knowledge travels with heads. Der effektivste Wissenstransfer findet statt durch Ingenieure und Wissenschaftler, welche an der ETH ausgebildet werden und anschliessend in der Wirtschaft arbeiten. Aus diesem Grund legen wir grössten Wert auf die Ausbildung der Studierenden.

Um zu gewährleisten, dass das vermittelte Wissen in der betrieblichen Realität angewandt werden kann, stellen wir einen grossen Praxisbezug her und statten die Studierenden mit dem notwendigen methodischen Rüstzeug zur Problemlösung aus. Insbesondere in der Ausbildung von Studierenden mit Berufserfahrungen beziehen wir deren Wissen aus der Praxis in die Lehre mit ein. Daneben diskutieren wir in den Vorlesungen aktuelle Beispiele und Problemstellungen. Neben dem Praxisbezug ist es für die Studierenden aber auch wichtig, dass sie sich von der aktuellen betrieblichen Problemstellung lösen können und die gestellten Aufgaben auf einem abstrakteren Level betrachten können. Nur so sind sie auch in der Lage, Analogien zu anderen Situationen zu identifizieren und Probleme effizient zu lösen.

Die Umsetzung des gelernten Wissens in der betrieblichen Praxis ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Aus diesem Grund stellen wir sehr hohe Anforderungen an unsere Studierenden im Hinblick auf Praxistauglichkeit und Methodik ihrer Leistungen bei Prüfungen und Abschlussarbeiten.

Lehrveranstaltungen an der ETH

Die Professur bietet Lehrveranstaltungen zum Thema Unternehmensführung an, in denen die Studierenden die Leitung von Firmen als gesamtheitliche Aufgabe erfahren. Neben dem Vermitteln von Grundzügen von betriebswissenschaftlichen Methoden und Theorien lernen die Studierenden in praxisbezogenen Fallstudien das Verhalten in unternehmerischen Situationen. Die Vorlesungen soll zum einen das Verständnis für Managementprozesse vermitteln und zum anderen auf eine Führungsposition in der Wirtschaft vorbereiten. Die Vorlesungen General Management I & II nehmen eine zentrale Stellung im Masterstudium und im Nachdiplomstudium des Departements ein, indem sie die einzelnen Aspekte miteinander verbinden. Daneben wird vom Lehrstuhl ebenfalls ein Unternehmensplanspiel angeboten, in welchem die Teilnehmer die Geschicke eines Industriekonzerns zu leiten haben. Die Vorlesungen sind für ein breites Zielpublikum ausgelegt, insbesondere auch für Studierende anderer ETH-Departemente, welche sich gezielt weiterbilden möchten.

Ein weiterer Teil unserer Lehrveranstaltungen fokussiert sich auf das Management von Technologien. Neben Vorlesungen von Professor Boutellier zum unternehmerischen und gesellschaftlichen Umgang mit Technologien und Innovationen, der Markteinführung von technologischen Innovationen sowie zu Kreativität und Forschung gehören auch zahlreiche Kurse von Privatdozenten zum Angebot des Lehrstuhles. Diese Veranstaltungen befassen sich mit dem Transfer von Technologien zwischen Hochschulen und Wirtschaft sowie Business and Technology Intelligence.

Um den Bezug zur Praxis zu erhöhen werden einzelne Module der Lehrveranstaltungen durch Gastdozenten aus der Industrie durchgeführt. Überdies werden ständig ausgewählte Aspekte der betriebswissenschaftlichen Forschung in den Lehrinhalt aufgenommen.

Im Rahmen des Masterstudiums bietet die Professur die Möglichkeit von vertieften Studien im Bereich Technologie- und Innovationsmanagement. Die Studierenden erhalten bei einer Studienarbeit die Gelegenheit, aktiv an einem Forschungsprojekt in diesem Bereich mitzuarbeiten und so ihr Wissen zu vertiefen.

Zur Weiterbildung der Doktorierenden an der ETH und anderen Hochschulen bietet die Professur verschiedene Doktorandenseminare an. In den Seminarien erarbeiten die Studierenden verschiedene Forschungsmethodiken und betriebswirtschaftliche Theorien. Die Erkenntnisse aus den Seminarien sollen den Teilnehmern bei der Durchführung ihrer Dissertation helfen.

Studentische Abschlussarbeiten von Studierenden an der ETH

Die Diplom- und Master-Arbeiten haben für die Ausbildung der Studierenden eine zentrale Bedeutung: Nachdem in den Vorlesungen Theorien und problemlösungsorientierte Vorgehen an modellhaften Beispielen aufgezeigt wurden, erhalten die Studierenden nun die Gelegenheit, das Gelernte an einer konkreten Problemstellung in die Praxis umzusetzen.

Durch die Professur werden verschiedene studentische Abschlussarbeiten durchgeführt: Diplom- und Nachdiplomarbeiten des D-MTEC, Bachelor-Arbeiten verschiedener ETH-Departemente sowie Master-Arbeiten des D-MTEC.

Während der Durchführung der Arbeit, welche auf die Lösung eines aktuellen Unternehmensproblems ausgerichtet ist, geniessen die Studierenden das Gastrecht eines Unternehmens. Damit verbunden ist die Möglichkeit, die reale Welt des Unternehmensgeschehens, welche für viele Studierende das künftige berufliche Umfeld darstellen wird, zu erfahren und die eigene Leistung zur Lösung von Problemen einzubringen. Für das Unternehmen besteht die Chance, dass die erarbeiteten Lösungsansätze zur Umsetzung gelangen und den eigenen Einsatz zur Betreuung der Arbeit wieder aufwiegen.

Zukunftsperspektiven

Das Potential für Forschung im Bereich von Technologie- und Innovationsmanagement ist nach wie vor sehr hoch. Mit Kooperationen mit anderen Professuren und Unternehmen werden wir die Effektivität unsere Forschung erhöhen.

Eine Vielzahl an aktuellen, unternehmerischen Problemsituation eignet sich zur wissenschaftlichen Bearbeitung. Da diese Fragestellungen oft für einzelne Firmen zu komplex und zu aufwändig zu beantworten sind werden hier sehr pragmatische, suboptimale Lösungsansätze verwendet. Eine vertiefte, wissenschaftliche Betrachtung mit Quervergleichen ähnlicher Fälle und einem gemeinsamen Erarbeiten von Lösungen verspricht in vielen dieser Situationen verbesserte Lösungen.

Wie die Firmen fokussiert sich auch unsere Professur. Wir betrachten nur einen Teilbereich der Managementwissenschaften im Detail und suchen daher die enge Zusammenarbeit mit anderen Professuren der ETH, anderer Hochschulen und Universitäten im In- und Ausland. Um diese Kooperationen zu vereinfachen, werden wir in den kommenden Jahren die Bildung von Zentren anstreben.

Den Anspruch unserer Aktivitäten auf einen Beitrag zum technologischen und ökonomischen Fortschritt erfüllen wir, in dem wir eng mit Unternehmen und staatlichen Institutionen zusammenarbeiten. Zu diesem Zweck werden wir verschiedene Arbeitskreise mit Vertretern aus Wirtschaft, Staat und Wissenschaft durchführen.

print
Fenster schliessen
top
© 2005 ETH Zürich | 16.3.2005 | !!! Dieses Dokument stammt aus dem ETH Web-Archiv und wird nicht mehr gepflegt !!!