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ETHistory 1855-2005 | Rückblicke | Departemente | INFK | Problemlagen |

Problemlagen

Bibliografie

 
 

Die facettenreiche Geschichte der Informatik an der ETH Zürich wäre unvollständig, wenn nur von Erfolgsmeldungen aus dem Forschungsbereich und wachsenden Studentenzahlen berichtet würde. Die Entwicklung war auch geprägt von Auseinandersetzungen, Misserfolgen und Sackgassen. Der Weg zum heutigen Departement Informatik verlief keineswegs gradlinig.

Wie auch an anderen Universitäten war es nötig, dem Forschungsbereich und dem errichteten Studiengang ein Profil zu geben und dieses laufend an das sich ändernde Umfeld anzupassen. Gegenüber anderen Studiengängen musste sich die Informatik als Wissenschaft abgrenzen. Das Vokabular zur Aushandlung solcher Prozesse ist nicht starr; der Begriff der Informatik hat heute eine andere Bedeutung als noch in den 1970er-Jahren. Auch nach aussen musste sich das neue Fach positionieren. Gegenüber der Wirtschaft musste kommuniziert werden, dass der Informatik-Ingenieur über breit gefächerte Kompetenzen verfügte und auf dem Arbeitsmarkt eine Lücke schloss.

Die stark steigenden Studentenzahlen führten zu einem Betreuungsaufwand, der für die Abteilung - trotz grosser Bemühungen um personellen Ausbau - zu einer enormen Belastung wurde. Einerseits konnte die Betreuung kaum mehr adäquat erfolgen, andererseits litt darunter auch die Forschungstätigkeit. Ab dem Ende der 1980er-Jahre diskutierte man den starken zahlenmässigen Rückgang von Forschungsprojekten. Die Professoren waren durch die Lehrtätigkeit so stark belastet, dass für die Ausarbeitung und Lancierung neuer Projekte kaum mehr Zeit blieb. Die Abteilung erhielt zwar hin und wieder zusätzliche Mittel zugesprochen, um weitere Lehrstühle zu besetzen, doch im ausgetrockneten Arbeitsmarkt war es schwierig, qualifizierte Personen für Professuren und die Forschung zu finden. Zur Besetzung von Lehrstühlen wechselte man Ende der 1980er-Jahre vom Wahl- zum Berufungssystem. Auf diese Weise hoffte man die Suche nach tauglichen Kandidaten für Neu- und Wiederbesetzungen zu vereinfachen. Dem eigenen Nachwuchs versuchte man mit der Einführung von Assistenzprofessuren bessere Perspektiven zu bieten. Auch bei den Studierenden traten Probleme auf. Die zunehmend schlechten Ergebnisse in den Vordiplomprüfungen, insbesondere in Kernfächern wie dem Programmieren, stimmten sowohl Dozenten wie Lernende unzufrieden.

Lange Zeit erhielten die Bestrebungen, einen eigenen Studiengang für Informatik einzurichten, von der Wirtschaft und insbesondere der Industrie wenig Unterstützung. Gegen Ende der 1970er-Jahre änderte sich die Situation grundlegend. Viele Firmen fanden insbesondere im Softwarebereich kaum qualifizierte Leute. Sie hielten der ETH Zürich nun vor, "den Zug verpasst" zu haben. Die Errichtung des Studiengangs 1980/81 löste das Problem nur teilweise. Ein Vorwurf der Wirtschaft lautete, dass das an der Hochschule vermittelte Wissen zuwenig auf die Probleme der Praxis ausgerichtet sei. Dabei wurde übersehen, dass die Professoren übergreifende Denkkonzepte zu vermitteln versuchten und weniger Anleitungen zur Lösung konkreter Industrieprobleme. Parallel zum Aufbau des Studiengangs an der ETH entwickelten sich in der Schweiz weitere Informatik-Ausbildungsmöglichkeiten, die ihrerseits auf bestimmte Berufsfelder ausgerichtet waren.

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